Der Reimkultur-Blog

In loser Folge nehmen wir hier Stellung zu Themen, die uns beschäftigen.

 
20. Juni 2017

Gebt ihnen zurück, was ihnen gehört!

www.unhcr.org/dach/de/

 

Ein Plädoyer von Sven Schütze (geschrieben im Oktober 2015, veröffentlicht Juni 2017)

Dieser Tage wird oft und viel danach gefragt, wieviel eigentlich für die Flüchtlinge getan werden sollte. Und wer sich überhaupt Flüchtling nennen dürfe und dann dadurch Anspruch auf Hilfe habe.

Die Antwort ist eigentlich recht einfach: Anspruch darauf hat jeder Mensch, der weniger hat als wir und der aus einem Land kommt, mit dem wir – also die EU, die "erste Welt", die "entwickelten Länder" oder die "Industriestaaten" – Handel treiben. Und zwar hat er Anspruch auf ungefähr die Hälfte dessen, was wir besitzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob er in seinem Land politisch verfolgt wird oder er einfach "nur" keine Chance hat, Geld zu verdienen, weil nicht mehr genug davon im Land ist. Die Ursache ist dieselbe. 

Wie komme ich dazu, das zu behaupten?

Der Blick in die Geschichte

Gehen wir zurück in die beginnende Neuzeit, die Zeit der Entdeckungsfahrten. Man fuhr nach Afrika, China, Indonesien, den Orient, später nach Mittel- und Südamerika und schließlich nach Nordamerika. Dort landete man und nahm sich, was man kriegen konnte, also vor allem Bodenschätze und schließlich auch Menschen als Sklaven. Das alles brachte man nach Europa und baute dort den eigenen Wohlstand auf und aus. Zurück ließ man gebrandschatzte Dörfer, geplagte Völker, erschütterte Zivilgesellschaften. Wer nicht weit genug entwickelt war, um tatsächlich auf Augenhöhe Handel treiben zu können – wie etwa Japan und China – wurde gnadenlos ausgebeutet, nicht selten unter Vorschub religiöser Motive, im Grunde aber stets aus Gier und Angst.

Der Aufstieg der westlichen Welt

Mithilfe dieser Schätze wurde Europa reich und sicher. Der allgemeine Lebensstandard stieg und konnte entwickelt werden. Geistiges Potential, das in den Menschen hier – wie überall – schlummerte, konnte geschöpft werden, da die Menschen sich nicht mehr den ganzen Tag lang damit abplagen mussten, Essen zu besorgen und ihre Behausungen zu reparieren. Erfindungen wurden gemacht, die die Entwicklung und schließlich die industrielle Revolution ermöglichten und vorantrieben. Parallel wurden geistige Erkenntnisse gewonnen und kulturelle Schöpfungen erreicht, die den Wandel hin zu demokratischen Systemen ermöglichten. Der Abstand zu den Ländern außerhalb Europas wurde immer größer: man holte sich die Reichtümer von dort, die der Antrieb für die eigene Entwicklung waren. Und gab nichts zurück. Man nennt das Ausbeutung.

Der Blick auf die Weltkugel

Betrachtet man die Weltkugel, dann sind die meisten Länder, in denen ein ähnlicher Wohlstand herrscht wie in Zentraleuropa, nahezu ausschließlich die, deren Geschichte von Besiedelung durch Europäer*innen geprägt ist: die USA natürlich, Australien, Südafrika (nur die weiße Bevölkerungsschicht betrachtet). Daneben noch einige der islamisch geprägten Länder und China sowie Japan, an denen sich die Europäer*innen auf ihren Eroberungsfeldzügen die Zähne ausgebissen haben, weil sie als Gesellschaften selbst schon sehr weit, meist sogar weiter entwickelt waren.

Selbstverständlich muss das alles differenziert betrachtet werden, die Übergänge sind fließend. Manches einst reiche Land hat seinen Wohlstand aufgrund politischer Umwälzungen eingebüßt (z.B. Einflüsse durch kommunistische Regime oder Diktaturen, China hatte seine Kulturrevolution, Kambodscha die Roten Khmer). Zu beobachten ist in jedem Fall, dass Länder, die einmal in der Abhängigkeit waren, noch immer in dieser Schieflage sind – und nicht selten in der Schieflage gehalten werden. Warum hat die internationale Staatengemeinschaft, die ja von den Industrienationen dominiert wird, kein Interesse daran, Korruption und gewalttätiges Vorgehen gegen Zivilist*innen durch ihre eigenen Regierungen zu stoppen? Eine Antwort von vielen ist: es ist leichter, instabile Systeme auszubeuten und einzelne Menschen, die Machtpositionen innehaben, zu korrumpieren als intakte Staaten mit gebildeten Bürger*innen, die ihre Rechte kennen und wahren können.

Der hiesige Wohlstand

Und noch einmal: auf dieser Entwicklung beruht unser Wohlstand. Es gibt hier in Deutschland so viel von allem, weil unsere Vorväter –  und ja, es waren maßgeblich Männer! – es den anderen weggenommen haben, unrechtmäßig entwendet, gestohlen, erbeutet, abgepresst. Und nicht selten haben sie dafür gemordet, ganze Völker sogar (nehmen wir die Ureinwohner*innen Nordamerikas, die für Landstriche ermordet wurden, auf die sie qua ihrer Religion nicht einmal selbst Anspruch erhoben  –  für sie gehört die Erde allen Menschen gleichermaßen und Koexistenz ist das zentrale Motiv).

Ein Beispiel: Noch immer verbleiben nur 3% des Wertes, der in Form von Gold aus der afrikanischen Erde geholt wird, in Afrika. Die Konzessionen, die Verschiffungswege und die Veredelungsprozesse sind so organisiert, dass der meiste Wert von Menschen außerhalb Afrikas abgeschöpft werden kann. Gerade verkaufte Südafrika Lizenzen für hunderte von Wasserquellen für relativ wenig Geld an Nestlé, einen Schweizer Konzern mit Aktionären*innen in allen wohlhabenden Ländern der Erde, der es zukünftig hochprofitbal verkaufen wird – und davon nichts an Südafrika zurückgibt. Warum kann er das? Weil das Land so arm ist, dass es für die Zinsbewältigung seiner Schulden alleine so viel Geld auftreiben muss, dass es sich auf solche kurzlebigen Deals einlassen muss. Warum hat es überhaupt Schulden? Weil ihm alles weggenommen wurde, womit es bezahlen könnte! Von wem? Von den Vorfahren der heute wohlhabenden Menschen dieser Erde.

Der Leidensdruck der ausgebeuteten Menschen

Und inzwischen ist der Leidensdruck der ausgebeuteten Menschen so hoch, dass sie sich auf den Weg machen in der Hoffnung auf ein besseres Leben, auch wenn die Aussicht, dabei zu sterben – und seine Familie mit in den Tod zu nehmen – enorm hoch ist.

Einmal bitte kurz innehalten und sich das vorstellen: Du nimmst dein Kind an die Hand und weißt, dass es sterben kann auf diesem Weg, dass die Chance sogar nicht mal klein ist. Wie hilflos jemand sein muss, um das zu tun!

Der geerbte Wohlstand

Gleichzeitig haben wir hier Angst, den Wohlstand zu verlieren, den wiederum hauptsächlich nicht wir selbst, sondern unsere Ur- und Großeltern und Eltern uns aufgebaut haben. Wir fragen uns, was wir hergeben müssen. Ist es denn unser Problem, dass die Menschen in diesem Land vor uns so "fleißig" waren und Reichtümer angehäuft haben? Warum sollen wir jetzt mit Verzicht bestraft werden?

Dass eine Arbeiter*innenbewegung überhaupt Standards durchsetzen konnte, die noch heute gelten, und die es auch Menschen in einfachen Berufen ermöglicht, ein Dach über dem Kopf zu haben und regelmäßig Essen auf dem Tisch, anstatt sich als Tagelöhner*in durchzuschlagen, auch das hat damit zu tun, dass es in diesem Land seit dem 15. Jahrhundert stetig bergauf ging (mit Ausnahme der beiden selbst verursachten Weltkriege).

Der tatsächliche Stand der Dinge

Doch halt! Liegt da nicht ein entscheidender Faktor? Kann denn der Mensch mit einfachem Beruf heute noch beruhigt nach Hause gehen und sich sicher sein, das morgen auch wieder Brot für sich und seine Kinder auf dem Tisch steht? Nein, kann er nicht. Denn es setzt sich hierzulande – in allen "Industrienationen" – dasselbe fort, was vor 500 Jahren begann. Die Mächtigen, Einflussreichen und Wohlhabenden, haben noch nicht genug Macht, Einfluss und Wohlstand, denn auch sie haben dieselbe Angst wie alle anderen: alles zu verlieren. Sie brauchen mehr, um das, was sie haben, abzusichern und sich ein sicheres Gefühl geben zu können. Wer erstmal eine Milliarde Euro besitzt, braucht eine zweite, um sich sicher zu sein, dass egal was am Aktienmarkt passiert noch eine Milliarde übrig bleibt. Und wenn er zwei hat, hat er das Problem nicht gelöst, denn jetzt könnte er ja zwei verlieren. Also braucht er nochmal zwei auf der hohen Kante. Außerdem hat sein Kumpel-Scheich oder Bruderschafts-Kollege aus Harvard oder einfach der andere Manager neben ihm schon 3 Milliarden. Wie steht er dann da? Kann er's nicht so gut?

Also werden nun die Schrauben noch enger gedreht. Wir haben schon längst akzeptiert, dass beide Elternteile arbeiten gehen müssen, um die Familie zu ernähren. Zeit für Kinder bleibt nicht mehr, die müssen alleine zurechtkommen. Warum nehmen wir das hin? Denn gleichzeitig wird weiterhin Kindergärtner*innen und Erzieher*innen zu wenig Geld bezahlt, als dass die ihre Arbeit mit Freude und Leichtigkeit ausüben könnten. Sie zählen nicht selten zu den "working poor", arbeitenden Armen, bei denen ein normales Arbeitsverhältnis oft nicht mehr ausreicht, eine Familie zu ernähren. 

Nochmal bitte kurz innehalten und sich das vorstellen: Du gehst den ganzen Tag arbeiten, siehst deine Kinder nur am Wochenende und am Ende des Tages reicht es nicht mal, ihnen und dir regelmäßig Kleider zu kaufen oder ihnen ein Studium zu finanzieren?

Und dabei stehen uns diese Kleider sowieso schon nur deshalb in solchen Mengen und zu so unangemessen günstigen Konditionen zur Verfügung, weil den Menschen, die sie herstellen – Bäuer*innen & Bauern, Pflücker*innen, Reiniger*innen, Transporteur*innen, Näher*innen – nicht genug Geld bezahlt wird, damit sie ihre Familien ernähren könnten. Wie schrecklich ist das!

Der Weg des Geldes

Angeblich kann den deutschen Bürger*innen – und schon gar nicht den geflüchteten Menschen – nicht mehr genügend Geld zur Verfügung gestellt werden. Die Hilfen müssen gekürzt und gesenkt werden. Aber Moment mal? Konzerne wie Amazon versteuern ihre Einnahmen, die sie hierzulande mit Verkäufen an diese Menschen verdienen, nicht in diesem Land? Kann es sein, dass u.a. deswegen das Geld nicht reicht, Feuerwehrleute anständig auszurüsten, genügend Polizist*innen einzustellen und Krankenhäuser als Landesbetriebe zu erhalten anstatt zu privatisieren? Das klingt polemisch, ist aber ein Fakt.

In solch einer Situation also kommen Menschen zu uns, die noch weniger haben.

Sie haben all das nicht, was wir haben, weil es ihnen von Bewohner*innen unserer Gefilde seit Jahrhunderten immer wieder und kontinuierlich weggenommen wird. Die Mehrheit hier im Land hat aber auch nicht genug, um davon viel abgeben zu können. Und auch das ist ja ein Fakt: es wird auch viel abgegeben, geholfen, gespendet.

Stattdessen wird diskutiert, ob die geflüchteten Menschen ein Recht haben, hier zu sein und Geld zu bekommen. Vermutlich nicht aus Geiz, sondern aus Angst gibt es diese Diskussion. Denn diejenigen, die diese Diskussionen oder gar Pöbeleien in den sozialen Netzwerken und auf der Straße oder vor den Flüchtlingsheimen anheizen sind keine Machthaber*innen, es sind Bürger*innen, die um das wenige fürchten, was sie gefühlt und im Verhältnis zu den anderen im Land noch haben.

Die politische Führung wiederum scheut sich wie in den meisten anderen Situationen und Herausforderungen zuvor auch, die wirklich Mächtigen, die finanziellen und wirtschaftlichen Anführer*innen, zu konfrontieren und endlich das in Schieflage geratene System wieder aufzurichten. Denn nichts weniger müssten sie tun, um das, was vorhanden ist, und was allemal genug für alle ist, auch gerecht zu verteilen.

Denn auch das ist ja eine Wirklichkeit: die erbeuteten Reichtümer und die Entwicklung, die dadurch möglich war, hat auch Gutes bewirkt: es wurden Hygienestandards erreicht, Krankheiten ausgerottet, Medikamente entwickelt, Techniken für den Hausbau, die saubere Energiegewinnung, die Trinkwasserreinigung und -versorgung wurden erfunden, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, die Gleichberechtigung von Frau und Mann wurden vorangetrieben.

Die Investition der Anderen

Wenn wir das jetzt zurückgeben, dann können wir etwas wieder gut machen von dem, was vor Jahrhunderten mit der Entdeckung der Welt außerhalb Europas begann. Es ist Zeit dafür. Stellt euch die Flüchtlinge als Aktionär*innen vor: ihre Urahn*innen haben in Europa investiert, indem sie (zwar unfreiwillig) ihr ganzen Hab und Gut auf diese erfinderischen, risikofreudigen, intelligenten Menschen setzten. Die Inka und Maya ihr Gold, die indigenen Bevölkerungen Nordamerikas ihre Büffel und ihren Lebensraum, die Menschen Afrikas ihre Diamanten, ihr Gold und ihr Öl. Das Unternehmen Europa hat sich prächtig entwickelt, aber eine Dividende wurde nie ausgeschüttet.

Gebt ihnen zurück, was ihnen gehört!

Homepage des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen
das Flüchtlingshilfswerk zum Weltflüchtlingstag
Informations-Portal zur politischen Bildung
(Angebot der Landeszentralen für politische Bildung)

 
 
25. Januar 2016

Auf der Kulturbörse zu Gast!

Kulturbörse in Freiburg

 

Reimkultur präsentiert sich zum ersten Mal mit einem eigenen Stand auf der Internationalen Freiburger Kulturbörse vom 25. bis 28. Januar. Fast die komplette Belegschaft aus unserem Hamburger Büro ist in der Woche vor Ort präsent.

Die IKF ist eine Fachmesse und wird vor allem von folgenden Zielgruppen besucht: Veranstalter, Agenten, Eventfachleute, Produzenten, Künstler/Gruppen wie auch Medienvertreter und Dienstleistungsunternehmen.

Wir stellen Reimkultur und unseren Hauptkünstler Bodo Wartke vor und haben die Liedermacherin Fee Badenius (Dienstag & Mittwoch) sowie die Berliner Band Tonträger (Di & Mi & Do) an unserem Stand zu Gast. Tonträger spielen im Theatersaal 1 am Dienstag ein Set von 11.20-11.40 Uhr!

Mehr Infos zur Messe. Morgen gibt es ein paar Bilder an dieser Stelle.
Das Reimkultur-Team

 
ikf
 
09. Oktober 2014

Wir verschicken ab sofort mit DHL

Unser Versandpartner ab Oktober 2014:

die DHL

 

Seit Oktober 2014 arbeiten wir als Versandpartner für unsere Sendungen innerhalb Deutschlands ausschließlich mit DHL zusammen. Für Euch als Kunden bedeutet das ein paar Veränderungen, wenn Ihr in einem unserer Online-Shops bestellt:
-          Wir erheben ab sofort für Sendungen eine Versandkostenpauschale von 3,50 €.
-          Ab einem Bestellwert von 50 € ist die Lieferung versandkostenfrei.
-          Wir führen einen Mindestbestellwert ein, er beträgt 5,90 €.    

Dafür bieten wir nun Leistungen, die es bislang bei uns noch nicht gab:
-          Alle Sendungen lassen sich per Sendungsnummer nachverfolgen.
-          Alle Sendungen sind versichert.
-          Auch Büchersendungen werden jetzt von einem Tag auf den nächsten geliefert.
-          Alle Sendungen werden per GoGreen Versand transportiert. 

Weiterhin bieten wir kostenlose Geschenkverpackungen an und auch für die Rücksendungen fallen wie bislang weder Versandkosten noch Gebühren an.

Die Umstellung auf DHL bedeutet für uns eine einfachere und schnellere Abwicklung verschiedener Vorgänge. Mit mittlerweile 14.000 Sendungen, die wir jährlich an Euch verschicken, sind wir an die Grenze dessen gekommen, was wir als Familienbetrieb mit zwei Angestellten leisten können. Da wir kein Interesse daran hatten, unseren Vertrieb in andere Hände zu legen, haben wir uns einen Partner zur Unterstützung gesucht. So werden jetzt beispielsweise die Päckchen und Pakete bei uns am Lager abgeholt und nicht mehr von uns selbst jeden Tag zur Post gebracht. Denn mit der Menge an Sendungen, die wir einliefern, haben wir auch die örtliche Postfiliale an ihre Grenze gebracht.

DHL ist für uns ein vertrauenswürdiger Partner und ein Unternehmen, bei dem wir gemerkt haben, dass das Thema soziale Verantwortung keine leere Worthülse ist. So sind im Gegensatz zu anderen Paketdiensten bei DHL die Auslieferer festangestellte Mitarbeiter und keine Subunternehmer. Darüber hinaus engagiert sich DHL weltweit in den Bereichen Umweltschutz, Katastrophenmanagement und Bildung.

Mit der Umstellung auf DHL erheben wir höhere Versandkosten. Diese schlägt sich nicht nur auf Kundenseite nieder. Im Gegenteil, die höheren Kosten teilen wir zwischen Euch und uns auf. Wir finanzieren einen Teil der Kosten aus unserem Gesamtgewinn (eine Mischkalkulation aus Margen und Versandeinnahmen), während wir gleichzeitig unseren Kundenstamm vergemeinschaften und alle den gleichen Preis bezahlen lassen. Dafür können wir ab einem höheren Bestellwert eine freie Lieferung anbieten.

Wir rechnen darüber hinaus (und nichtsdestotrotz) mit einem weiter steigenden Aufkommen von Bestellungen. Das führt dann wieder dazu, dass wir mit DHL einen anderen Vertrag aushandeln können, durch den die Versandkosten niedriger ausfallen.

 
 
16. September 2014

Warum müsst Ihr bei uns Versandkosten zahlen?

Versand ist eine Dienstleistung,

die Geld kostet.

 

Kürzlich erreichte uns der Vorwurf, unsere Gebühren- und Versandkostenstruktur sei „nicht zeitgemäß“. Wir können das sehr gut nachvollziehen. Denn es ist tatsächlich so, dass die meisten Menschen mittlerweile gewöhnt sind an die Gebührenstrukturen marktbeherrschender Konzerne.
Sind wir, der Reimkultur Musikverlag, jetzt also altmodisch, unzeitgemäß und haben wir den Anschluss verpasst, weil wir nicht nur die Kosten weiterberechnen, sondern auch noch offen legen, dass wir das tun? Im Gegenteil! Wir wollen Euch gerne erklären, warum wir es so machen, wie wir es machen.

Fakt ist, dass Versand eine Dienstleistung ist, die Geld kostet. Es ist ein Vorgang, bei dem Menschen und Maschinen für uns arbeiten. Wir als Vertrieb von CDs, DVDs, Büchern, Notenbüchern etc. berechnen de facto bei uns anfallende Gebühren und Versandkosten weiter. Das tun wir, ohne uns daran zu bereichern.

Diese tatsächlichen Kosten fallen natürlich auch bei den großen Versandhändlern an. Aber die tragen diese Kosten nicht selbst. Stattdessen verteilen sie sie in einer Mischkalkulation auf:
- die Kunstschaffenden, die zu miserablen Konditionen an den Händler verkaufen müssen (Amazon fordert z.B. von kleineren Verlagen und Labels rund 50% von jedem Buch und 45% von jeder CD),
 - die Kunden, die stattdessen (häufig ohne es zu merken) höhere Preise für das eigentliche Produkt bezahlen
 - ihre Mitarbeiter und die der Logistikunternehmen, die für immer weniger Geld immer mehr und unter äußerst fragwürdigen Bedingungen arbeiten müssen.

Diese Missstände hat beispielsweise Günter Wallraff bei einer Undercover-Recherche als Paketbote selbst erlebt und bei Spiegel online öffentlich gemacht.

Letztendlich bedeutet "zeitgemäß" also in diesem Zusammenhang "nicht nachhaltig und nicht transparent". Wir wollen beides sein und wir hoffen, dass sich langfristig ein Bewusstsein für den Wert von Kunst und Arbeit gegen die monopolfördernde Gratismentalität durchsetzt.

 

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